Wir sind der

Osten

Saskia Rudolph

Saskia Rudolph ist Kultur- und Glückswissenschaftlerin und 1985 in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz geboren.

Geblieben: Saskia wohnt heute in Dresden.

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Weshalb bist du geblieben?

Ich bin geblieben und habe mir gleichzeitig die Welt angeschaut. Geblieben bin ich – ganz klassisch – wegen meiner Freunde und der Familie. Aber auch wegen des Gefühls des Zu-Hause-Seins, das ich nur hier wirklich empfinde.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Mit unserem Unternehmen, den Spiegelneuronen, vermittle ich als Speakerin und Autorin gemeinsam mit der Diplompsychologin und Psychotherapeutin Andrea Horn sowie zahlreichen anderen Expert*innen Kenntnisse aus der Positiven Psychologie, einer recht jungen Wissenschaft, die erforscht, was das Leben lebenswert macht. Außerdem setze ich mich für die Umsetzung lokaler, nachhaltiger, ehrenamtlicher und sozialwirtschaftlicher Projekte sowie für ein starkes und zukunftsorientiertes Miteinander von engagierten Menschen und Unternehmen ein.

  • 1985

    Karl-Marx-Stadt/Chemnitz

  • 2019

    Dresden

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

4 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Eigentlich fehlt oben die Möglichkeit „Jein“. Ich fühle mich in erster Linie als Mensch und weiß, dass diese eben verschieden sind, je nachdem, wo sie aufgewachsen sind bzw. sozialisiert wurden. Ich merke immer mehr, dass es doch viele Aspekte meiner Werte und Überzeugungen (wie Gleichberechtigung, Erfindergeist, Reiselust) zu geben scheint, die als“ostdeutsch“ gelten. Auf der anderen Seite gibt es viele vermeintlich „ostdeutsche“ Eigenschaften, die ich in keinster Weise teile (Angst vor Neuem, Skepsis gegenüber dem „Anderen“, „Meckermentalität“ etc.)

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Die Biographie einer jeden Familie besteht aus Umbrüchen. Egal, woher sie kommen. Hat mich die Wende stärker gemacht? 1989, vier Jahre nach meiner Geburt, war die Mauer plötzlich Geschichte. Meine Großeltern und Eltern luden meine Schwester und mich abwechselnd in ihren Trabant und wir reisten an all die Orte, die sie schon immer sehen wollten oder die sie so sehr vermisst hatten. Wir schliefen in diesem Auto, einem kleinen Zelt oder sogar in einer Scheune. Wir hatten kein Geld, aber wir waren frei. Und das ist, was wirklich zählte!

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Mut, Zuversicht, Optimismus. Einen wohlwollenden Blick auf die eigene Herkunft. Und dass innovative und zukunftsgewandte Menschen nicht das Gefühl haben, sie müssten hier weg, um wirklich „was zu erreichen“ und sich entfalten zu können.