Wir sind der

Osten

Alexandra Falk

Alexandra Falk ist Journalistin und 1984 in Zwickau geboren, in Werdau aufgewachsen.

Status: Alexandra wohnt aktuell in Christchurch.

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Weshalb bist du gegangen?

Ich bin meinem Partner in sein Heimatland gefolgt.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Einer der Hauptbeweggründe, warum ich diesen Beruf mache, ist, um Menschen über Themen zu informieren und ihnen damit unter anderem dabei zu helfen, Vorurteile abzubauen oder dem Anderssein (egal wie das aussieht) nicht kritisch, sondern offen und neugierig zu begegnen. Dazulernen ist wichtig. Ich wohne seit einiger Zeit in Neuseeland und als Zugezogene erfahre ich auch persönlich, welche Klischees die Menschen hier zum Beispiel von Deutschen im Kopf haben. Wenn man aber mal genauer hinschaut, sind wir uns alle oft ähnlicher als wir glauben. Ich hoffe, dass es ein paar Menschen gelingt, durch meine Berichterstattung vielleicht genauer hinzuschauen, obwohl sie es eigentlich gar nicht unbedingt vor hatten…

  • 1984

    Zwickau

  • Werdau

  • 2021

    Christchurch

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

2 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Ich sehe mich eigentlich vor allem als Deutsche und habe das Gefühl, dass seitdem ich im Ausland lebe, ich irgendwie viel Deutscher geworden bin. Ich fühle mich aber auch Ostdeutsch, weil das ein Teil von mir ist, den ich nicht einfach in einen Karton packen und wegstellen kann. Ich bin in der DDR geboren und habe meinen Eltern dabei zugeschaut, wie verloren sie sich nach der Wende gefühlt haben und wie sie ein neues Leben aufbauen mussten. Natürlich hinterlässt das Spuren, Ostdeutsch-sein ist einfach ein Teil meiner Identität.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Vielleicht geht eine ostdeutsche Herkunft mit einer gewissen Resilienz einher. Veränderung ist immer anstrengend, aber ich begrüße sie eigentlich meist auf eine zupackende Art und Weise. Trotzdem fällt es mir schwer, zu generalisieren, denn davon will ich ja eigentlich weg, von dem „die“ und „wir“. Mir fällt eher manchmal auf, dass vielleicht sogar eine gewisse Veränderungsmüdigkeit im (ostdeutschen) Bekanntenkreis vorherrscht, eben weil es für viele so viele Brüche in der Biografie gegeben hat, und man nicht schon wieder Lust auf die holprige Straße hat, sondern einfach mal schön auf dem mittlerweile glatten Weg weiterlaufen will.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Offenheit, Respekt, Gleichberechtigung, innovative Ideen und eine gute Perspektive.