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Osten

Annett Petra Breithaupt

Annett Petra Breithaupt bietet Mediale Beratung und Spirituelle Begleitung an und ist 1964 in Langewiesen geboren.

Status: Annett Petra wohnt aktuell in Mannheim.

Foto: Sabrina Neitzel

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Weshalb bist du gegangen?

Ich bin 1989 über die Prager Botschaft geflohen, nach einer misslungenen Flucht über die ungarische Grenze. Offiziell wurde ich ausgewiesen. Ich war damals ziemlich depressiv und hatte das Gefühl: „Es ist zu eng“ und „Ich kann mich nicht weiterentwickeln“ – vor allem ist hier eine spirituelle Weiterentwicklung gemeint. Es gab kaum Literatur über Meditation, geschweige denn Möglichkeiten diese zu lernen und gemeinsam mit anderen Menschen bewusstseinserweiternde Techniken zu praktizieren. Medialität und Bewusstseinserweiterung waren in die sehr materialistische Welt der DDR nicht integrierbar.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Mir ist der Bewusstseinswandel in der Welt sehr wichtig. Achtsamkeit, Empathie, Gemeinwohl-Orientierung, Menschlichkeit, Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit sind für mich Werte, die mein Tun bestimmen. So unterstütze und begleite ich, mit meinen medialen Fähigkeiten, Visionäre und vor allem Visionärinnen ihre Ideen in eine Form zu bringen, die unser alltägliches Leben bereichert und auch das zukünftige Leben unserer Kinder und Enkel mit einbezieht. Das Eingebundensein in größere Zusammenhänge sichtbar und fühlbar zu machen, ist mir ebenso ein Anliegen. Selbständige Frauen zu ermutigen ihren Platz in der Gesellschaft voll einzunehmen und ihr ganzes Potential zu leben, unterstütze ich gerne.

  • 1964

    Langewiesen (Thüringen)

  • 2020

    Mannheim

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

1 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Meine Heimat ist Thüringen. Der Wald, die Herzlichkeit, Direktheit und die Natürlichkeit der Menschen dort haben mich sehr geprägt. Ein auf Gemeinschaft und Gemeinwohl orientiertes Denken und Handeln sowie eine Kreativität, aus allen Dingen das Beste zu machen, sind mir wichtig. Das habe ich in meiner ostdeutschen Kindheit und Jugend gelernt.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Die Wendeerfahrung war für mich eine Fluchterfahrung. Einzig den Körper und das dreijährige Kind heil von A nach B zu bringen, war existenziell. Nichts zu besitzen, hat mich in einen Zustand von Demut, Dankbarkeit und Freiheit versetzt. Der Neuanfang im sogenannten Westen war verhältnismäßig leicht, da die Menschen in Mannheim sehr herzlich und hilfsbereit sind. Gerne Neues zu lernen, nicht bequem zu werden, beweglich im Denken und empathisch im Fühlen zu bleiben und an nichts festzuhalten, sind für mich die grundlegenden Wendeerfahrungen. Die Werte des Sozialismus von Gleichheit, Emanzipation der Frau und Gemeinschaft sind mir wichtig. Ich bringe diese gerne in die Gesellschaft im Westen ein.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Ich wünsche mir vor allem mehr Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung der Menschen, Kreativität und Mut, die Dinge auf ihre Weise zu entwickeln. Authentisch und echt zu bleiben und diese wunderschöne Natur wertzuschätzen und zu schützen.