Antje Buschschulte

Dr. Antje Buschschulte ist Neurobiologin sowie Digitalreferentin (Bündnis 90/ Die Grünen) in der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und 1978 in West-Berlin geboren sowie in Berlin und Lübeck-Travemünde aufgewachsen.

Rübergemacht: Antje wohnt aktuell in Magdeburg.

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Weshalb hast du in den Osten rübergemacht?

Ich kam 1996 mit 17 Jahren nach Magdeburg, da ich zum SC Magdeburg und auf das Sportgymnasium Magdeburg wechselte. Magdeburg ist eine Schwimmhochburg und hatte mit Bernd Henneberg seinerzeit einen sehr guten Trainer und durch Olympiastützpunkt und Sportschule optimale, professionelle Bedingungen für den Sport.

Was hat dich motiviert, politisch aktiv zu werden?

Ich wollte in meinem Feld der Digitalpolitik gerne selbst aktiv werden. Außerdem setze ich mich gern für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit ein. Mit dem Landtagsmandat hat es leider nicht geklappt.

Wie überzeugst du junge Menschen, in Ostdeutschland zu bleiben und vor Ort die Zukunft zu gestalten?

Ostdeutschland ist auch landschaftlich und in Stadt, Land und Leuten sehr unterschiedlich, eine einheitliche Aussage finde ich schwierig. Ich schätze sehr, in der Stadt nahe der Elbe und Elbauen wohnen zu können. So schön und naturnah zu wohnen bei voller Stadt-Infrastruktur ist in Westdeutschland kaum erschwinglich. An Magdeburg schätze ich die Bodenständigkeit der Menschen.

  • 1978

    Berlin (West)

  • Lübeck-Travemünde

  • Hamburg

  • Wuppertal

  • 2021

    Magdeburg

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Ich habe mich nicht von Anfang an ostdeutsch gefühlt, wurde aber als Sportlerin mit offenen Armen empfangen. Der Sport hat mich insbesondere mit Magdeburg verbunden. Lange Zeit habe ich neben Deutschland auch Sachsen-Anhalt und Magdeburg nach außen repräsentiert. Häufig habe ich Ostdeutschland in Gesprächen gegen Vorurteile verteidigt. Durch Schulzeit, Studium und Familiengründung bin ich in Magdeburg zu Hause.

Weshalb gibt es noch immer weniger parteipolitisches Engagement in Ostdeutschland und wie möchtest du das ändern?

Politik hat bei vielen Menschen kein gutes Image, weil man teilweise zu recht und teilweise aus einer überzogenen Erwartungshaltung heraus mehr Problemlösungen erwartete. Ich würde gerne nicht nur meckern, sondern selbst eine ehrliche und transparente Politik machen.

Was machst du, damit Ostdeutsche bessere Chancen haben?

Bisher konnte ich nur eine ostdeutsche Stimme in der Öffentlichkeit sein und über meinen Job in vielen Themen für Sachsen-Anhalt arbeiten.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein in Ostdeutschland und weniger voreingenommenes Denken in Ost und West.