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Osten

Ariana Barrenechea

Ariana Barrenechea

Ariana Barrenechea ist 1991 in Peru geboren, in den USA aufgewachsen und später nach Ostdeutschland gezogen.

Rübergemacht: Ariana wohnt aktuell in Erfurt, wo sie studiert und als Mitbegründerin von MINTy Girls tätig ist.

Foto: MINTy Girls

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Weshalb hast du in den Osten rübergemacht?

Ich bin nach Ostdeutschland gekommen, um hier meinen Master zu machen. Ich fand die Möglichkeit toll, an der Universität Erfurt (Willy Brandt School) Politikwissenschaft zu studieren. Ich würde nach dem Studium gerne in Ostdeutschland bleiben und mit MINTy Girls weitermachen.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Als Mitbegründerin von MINTy Girls wecke ich das Interesse von Mädchen an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Das Interesse deutscher Mädchen an MINT nimmt im Alter von elf Jahren deutlich ab. Das ist am frühesten in Westeuropa. Bei MINTy Girls werden Mädchen ab acht Jahren von weiblichen Vorbildern inspiriert, die entweder MINT-Studentinnen oder -Profis sind. Wir bieten eine Reihe verschiedener Projekte, einschließlich praktischer Aktivitäten. Im Februar 2020 fand der Pilot-Workshop an einer öffentlichen Schule mit zehn Mädchen über fünf Wochen statt – ein großer Erfolg.

  • 1991

    Peru

  • USA

  • 2020

    Erfurt

Glaubst du, Menschen in Ostdeutschland können besser mit Veränderungen bzw. Wandel umgehen?

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Fühlst du dich ostdeutsch?

Glaubst du, Westdeutsche hatten nach der Wiedervereinigung im Osten Vorteile?

Einer der Vorteile war, dass nach der Wiedervereinigung die Unternehmen aus Westdeutschland nach Ostdeutschland expandieren konnten, dass sie wachsen und höhere Einnahmen erzielen konnten, die dann wieder nach Westdeutschland zurückflossen. In Ostdeutschland gab es aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Klimas vor der Wiedervereinigung nahezu keine wettbewerbsfähigen Unternehmen, die von so einer Expansion profitieren konnten.

Was hast du in Ostdeutschland gelernt?

Als ich das erste Mal nach Ostdeutschland kam, wurde ich sofort von der schönen Architektur im Stadtzentrum von Erfurt begrüßt. Es sah aus wie eine idyllische Kulisse aus einem Märchenbuch. Während meiner Zeit in Erfurt fing ich an die subtilen und nicht ganz so subtilen Unterschiede und Haltungen in Ost- und Westdeutschland zu verstehen. Obwohl ich einige der Unterschiede sehen konnte, gefällt mir der Stolz, den alle Deutschen empfinden einfach nur deutsch zu sein. Zum Beispiel, wenn die Fußballnationalmannschaft spielt. Mir gefällt, dass Ostdeutschland aufstrebende Städte hat, in denen Gründer*innen wie ich einen großen Einfluss haben können.

Was wünschst du dir für Ostdeutschland?

Ich wünsche mir, dass das Potenzial von Mädchen erkannt wird und massiv in den Abbau von Stereotypen rund um MINT-Felder für Mädchen investiert wird. Es gibt in ganz Deutschland einen großen Arbeitskräftemangel bei MINT-Jobs, insbesondere im IT-Bereich. Dieser Mangel wird im Laufe der Jahre nur noch größer werden, wenn nichts gegen den Mangel an Frauen in MINT-Berufen unternommen wird. Es reicht nicht aus, dass Unternehmen Frauen nach ihrem Hochschulabschluss einstellen, es muss eingegriffen werden, bevor Mädchen das Interesse und das Vertrauen verlieren. Diese Investitionen würden sich durch den Zuwachs an MINT-Fachkräften exponentiell auszahlen.