Wir sind der

Osten

Franziska Göttsche

Franziska Göttsche ist selbstständig mit einer Eismanufaktur und 1985 in Neubrandenburg geboren und aufgewachsen.

Geblieben: Franziska wohnt heute in Penzlin.

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Weshalb bist du geblieben?

Erst BIN ich geblieben, weil meine Angst vor dem Gehen zu groß war. Dann MUSSTE ich bleiben, weil es arbeitsbedingt nicht anders möglich war. Und jetzt WILL ich bleiben, weil ich die Vorzüge, Eigenarten und Chancen so sehr lieben gelernt habe.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Steve Jobs hat mal gesagt: „If you want to make everyone happy, don’t be a leader, sell Ice Cream.“ Tatsächlich versuche ich in meinem täglichem Schaffen, beides zu vereinen. Und das als Frau und in Mecklenburg-Vorpommern. Zusammen mit meinem Partner Martin Horst, versuchen wir seit 3 Jahren unser handgemachtes Eis als eine Art Leuchtturmprojekt in die Läden, Köpfe und Münder Mecklenburg-Vorpommerns und darüber hinaus zu bringen. Der Anzug der „Unternehmerin“ ist mir gefühlt noch 1 bis 2 Nummern zu groß, jedoch finde ich mich Tag für Tag besser in dieser Rolle zurecht. Zudem liebe ich die Arbeit mit unseren Produkten und den Schätzen unserer Region.

  • 1985

    Neubrandenburg

  • 2019

    Penzlin

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

1 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Ich fühle mich grundsätzlich nicht ost- oder westdeutsch. Ich würde einem Fremden immer antworten: Ich komme aus Deutschland. Punkt. Erst im Vergleich mit anderen empfinde ich einen Unterschied. Oder Zumindest wird mir das „Klischee“ einer Ostdeutschen unterstellt. Wenn ich zum Beispiel von (westdeutschen) Müttern komisch beäugt werde, wenn ich sage, ich arbeite (sehr gern) Vollzeit mit Kindern oder schon im Babyjahr. Und bleibe nicht 2-3 Jahre zu Hause.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Ich weiß wie spät es ist, wenn jemand „dreiviertelvier“ sagt. Ich habe ein starkes Fernweh, was das Reisen angeht in mir, was ich vermutlich mit der Muttermilch bekommen habe. „Die beruflichen Möglichkeiten in der DDR waren nicht so vielfältig. Was man gelernt hat, soll man auch fortführen.“ Das hat meine Mutter tief verinnerlicht. Deshalb setze ich mich wahrscheinlich etwas zu viel mit Ängsten und Fall-Back-Lösungen auseinander als mit dem Realisieren meiner Träume.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Bitte endlich keine Unterschiede mehr zu sehen und zu machen. Dass wir das Image der hinterwäldlerischen Nazis verlieren und als lebenswerter, chancenreicher und bunter Teil Deutschlands empfunden werden.