Wir sind der

Osten

Leander Wattig

Leander Wattig ist selbstständiger Unternehmer und 1981 in Greifswald geboren, hat später in Sidney (USA), Köln, Stuttgart und Frankfurt gelebt.

Zurückgekehrt: Leander wohnt heute in Berlin.

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Weshalb bist du zurückgekehrt?

Das Zurückkehren hatte schlicht berufliche Gründe. Ich arbeite im Bereich der Medien und Start-ups. Da ist Berlin einfach ein guter Standort. Ein positiver Nebeneffekt ist aber die Nähe zur Ostsee-Heimat, wo ich jetzt regelmäßig mein #OstseeOffice aufmache.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Ich habe mich vor 12 Jahren gleich am Studienende als Blogger und Berater selbstständig gemacht, um so die digitale Medienentwicklung bestmöglich begleiten zu können. Wenig später folgten diverse Vernetzungsinitiativen, um so den Wandel zu befördern. So bin ich etwa frisch nach Frankfurt gezogen und war dann gleich derjenige, der dort die Publishing-Leute in ihrer Stadt über Meetups vernetzt hat. Aus all dem ist ORBANISM entstanden, wo ich für meine Leidenschaft die Infrastruktur gebaut habe. Dort werde ich auch die nächsten 40 Jahre Community-Profis zusammenbringen und mithelfen, dass sie erfolgreich sind. Ich bin überzeugt davon, dass das ein guter und wichtiger Hebel für Veränderung ist.

  • 1981

    Greifswald

  • Sidney

  • Köln

  • Stuttgart

  • Frankfurt

  • 2019

    Berlin

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Es gibt sicherlich Prägungen, die durch die ostdeutsche Herkunft begründet sind. Allerdings bin ich in einem, was die Herkunft betrifft, sehr heterogenen Umfeld aufgewachsen. Zudem neige ich nicht so sehr zu solchen Gruppengefühlen. Wenn, dann fühle ich mich eher norddeutsch.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Ich war acht und neun Jahre alt zur Wendezeit. Insofern standen mir dann alle Türen offen. Beispielsweise habe ich ein Schuljahr lang in den USA gelebt, was ja noch kurz zuvor undenkbar gewesen wäre. Dennoch habe ich die DDR noch ein Stück weit selbst erlebt. Das begreife ich heute als ein enormes Privileg. Zum einen habe ich dadurch erfahren, dass die Welt auch nach ganz anderen Regeln funktionieren kann. Zum anderen gab es die in jungen Jahren prägende Erfahrung, dass sich alles um dich herum sehr schnell wandeln kann und nichts sicher ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich deshalb auch später wenig(er) Angst vor Veränderungen hatte, weil mich all das stärker gemacht hat.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Geerdetes Selbstbewusstsein gepaart mit Humor. Ich finde es immer schade, dass „Ossis“ und „Ossi-Themen“ häufig so unsouverän rüberkommen. Man macht sich da oft selbst klein oder überkompensiert es dann. Es ist nun mal Fakt, dass der Osten in vielem hinten dran ist und es objektive Standortnachteile gibt – bis hin zu den finanziellen und Erfahrungshintergründen in den Familien. Aber es hilft ja alles nichts. Es geht nur mit Mut, Gründergeist und dem Blick nach vorn. Dann sieht man auch eher die Chancen und Gestaltungsräume, die es ebenso gibt – gerade im Osten.