Wir sind der

Osten

Lukas Adolphi

Lukas Adolphi ist Gastronom/Gestalter und 1988 in Wismar geboren, hat später in Hamburg, Istanbul und Bremen gelebt.

Zurückgekehrt: Lukas wohnt heute in Leipzig.

Foto: Sarah Pschorn

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Weshalb bist du zurückgekehrt?

Das erste Mal verließ ich meine Heimat nach dem Abitur. Ich ging für den Zivildienst nach Hamburg. Im Anschluss studierte ich in Halle Kommunikationsdesign. Während des Studiums ging ich für ein Urlaubssemester erneut nach Hamburg – außerdem für ein Stipendium nach Istanbul. Im Anschluss an das Studium für ein weiteres Stipendium nach Bremen.

Wie gestaltest du die Zukunft?

In meiner Bar können sich Menschen treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Sowohl mit ihren Freunden als auch mit bisher Fremden. Zusätzlich dazu gibt es in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Ausstellungen. Ich finde es in diesem Sinne eine durchaus gesellschaftlich wertvolle Arbeit, eine Bar zu betreiben und Menschen zu bewirten.

  • 1988

    Wismar

  • Hamburg

  • Istanbul

  • Bremen

  • 2019

    Leipzig

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Es lässt sich schwer in Worte fassen. Ich merke nur immer wieder, dass es mich mit meinen Lebensmittelpunkten immer wieder in den Osten zieht. Ich fühle mich in ostdeutschen Städten meist wohler als in Westdeutschen. Das hängt oft auch mit der fürchterlichen westdeutschen Nachkriegsarchitektur zusammen.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Ich war zum Zeitpunkt der Wende ein Jahr alt. Man kann also nicht davon sprechen, dass ich die DDR aktiv erlebt hätte. Aber natürlich wurden meine Eltern durch die DDR geprägt und diese Prägung hatte Einfluss auf ihre Erziehung. Ich denke, was sie mir da mitgegeben haben, ist eine gewisse Bodenständigkeit. Mir sind Statussymbole relativ egal. Mir ist es wichtiger, intensive Beziehungen mit Freunden zu pflegen und in einem ehrlichen Austausch miteinander zu sein.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Ich wünsche mir, dass die Menschen sich zurückbesinnen auf menschliche Grundwerte. Und ich wünsche mir von der Politik, dass sie den ländlichen Raum nicht den rechtspopulistischen Parteien überlässt.