Wir sind der

Osten

Marlen Hobrack

Marlen Hobrack ist Journalistin und Autorin und 1986 in Bautzen geboren.

Zurückgekehrt: Marlen lebt heute in Leipzig.

Foto: Marcus Engler

Das Profil teilen:

Weshalb bist du zurückgekehrt?

Ich bin wegen der Liebe gegangen und nach dem Liebesaus zurückgekehrt.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Ich beobachte und kommentiere gesellschaftliche Debatten. Ob in Texten oder in privaten Gesprächen: Ich versuche andere Blickwinkel auf Probleme zu finden. Ich höre zu, widerspreche aber auch vehement, wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand in seinen Ressentiments einrichtet. Vor allem mische ich mich ein und ducke mich nicht weg, wenn Menschen rechte oder menschenfeindliche Äußerungen tätigen.

  • 1986

    Bautzen

  • Aachen

  • 2019

    Leipzig

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

2 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Das ist eine Mentalitätsfrage. Ich halte bestimmte Dinge für selbstverständlich, die es vielleicht eher im Osten sind (oder waren). Etwa berufstätige Mütter. Die Tatsache, dass ich konfessionslos bin, ist ein weiteres Beispiel für eine „typisch“ ostdeutsche Herkunft. Generell gibt es eine Reihe von Erfahrungen, die eben nur oder vor allem Ostdeutsche teilen (z.B.: Nachwendeerfahrungen).

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Gerade meine Mutter gehört in vielerlei Hinsicht zu den Wendegewinnern. Dadurch habe ich gelernt, dass ein Umbruch auch Chancen mit sich bringt – wenn man denn Neues wagt und Chancen ergreift. Für mich erzeugte das so eine Grundstimmung: Das Leben geht weiter, egal wie schwierig eine Situation zunächst erscheint. So ein gewaltiger Umbruch ist nicht alltäglich, und doch wurde er gut gemeistert. Das macht doch Mut!

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

In Ostdeutschland hat sich in den letzten Jahren ein extrem negatives Wendenarrativ verfestigt. Wir reden sehr viel von Biografiebrüchen und Schwierigkeiten. Die sind real, aber viele vergessen dabei, welche Vorteile die Wende für sie brachte. Die allerwenigsten haben auf ganzer Ebene verloren. Ich wünsche mir einen ausgewogenen, realistischen Blick auf die letzten 30 Jahre.