Wir sind der

Osten

Melanie Raabe

Melanie Raabe ist Schriftstellerin und 1981 in Jena geboren.

Gegangen: Melanie lebt heute in Köln.

Foto: Christian Faustus

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Weshalb bist du gegangen?

Meine Familie ist direkt nach Maueröffnung weg. Freiheitsgedanke.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Mein Job ist es, Geschichten zu erzählen und meine eigene Perspektive zum Ausdruck zu bringen. Sei es auf dem Papier, in Interviews, im Rahmen von Vorträgen, Reden, Lesungen – oder auf Social Media. Ich bin sehr darum bemüht, bei allem, was ich tue, auch andere zu kreativem Ausdruck zu ermutigen. Diversität und Vielstimmigkeit finde ich nämlich unglaublich wichtig. Zudem bin ich als ehrenamtliche Lesebotschafterin der Stiftung Lesen in der Leseförderung aktiv und unterstütze privat verschiedene NGOs.

  • 1981

    Jena

  • 2019

    Köln

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

1 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Ich habe acht Jahre in Thüringen und 30 Jahre in NRW gelebt. Ich fühle mich deutsch, europäisch. Aber ich würde mich weder als ost- noch als westdeutsch bezeichnen.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Darüber habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Anspruchsdenken ist mir sehr zuwider, ich bin nicht gleich frustriert, wenn ich nicht immer sofort alles haben kann, was ich mir vielleicht wünschen würde. Ich könnte mir vorstellen, dass das mit meiner Ost-West-Biografie zu tun hat. Ich glaube, zumindest eine Zeit lang im Osten aufzuwachsen, wo es einfach nicht alles gab, und dann als Kind in eine neue, westdeutsche Umgebung zu kommen, hat mich sehr resilient und im besten Sinne anpassungsfähig gemacht.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Dass sich das Ostdeutschland, das ich kenne (freundlich, großzügig, erfinderisch, zugewandt) gegen das Ostdeutschland, das ich häufig in den Nachrichten sehe (frustriert, kleinlich, rassistisch, feindselig), durchsetzt.