Wir sind der

Osten

Mirko Henschler

Mirko Henschler ist selbstständig und 1974 in Pasewalk geboren, in Berlin aufgewachsen.

Geblieben: Mirko wohnt heute in der Inselstadt Malchow.

Foto: Sebastian Meier

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Weshalb bist du geblieben?

Ich bin kein Freund von „Schubladendenken“. Nachdem die Wende kam und es wieder ein einheitliches Deutschland gab, sollte man nicht mehr über Ost und West nachdenken. Auch der Weg und der Gedanke in Richtung Europäische Union ist für mich die Zukunft, wichtig und richtig. Es würde mich wirklich freuen, wenn wir es endlich schaffen würden, die Menschen davon zu überzeugen, dass wir mehr an das „Miteinander“ denken müssen, „Toleranz“ und noch besser „Akzeptanz“ müssen selbstverständlich sein bei Themen wie z.B. Religion, Hautfarbe, Sprache, Sexualität, musikalische Vorlieben usw.. Ich finde daher nicht, dass man darüber nachdenken muss, warum man geblieben, gegangen oder zurückgekehrt ist.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Im Februar 2019 habe ich den Schritt aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit gewagt und das WeinDepot in Malchow übernommen, welches ich weiter ausbauen, erweitern und zu einem Erlebniseinkauf entwickeln möchte. Ursprünglich komme ich mit meiner Berufsausbildung und meinem Einstieg in die Arbeitswelt aus der Gastronomie & Hotellerie. Des Weiteren war ich in den letzten ca. 20 Jahren erfolgreich im Vertrieb tätig und habe unter anderem für Firmen wie Diageo Dt. GmbH, Pfizer Dt. GmbH, Dt. Chefaro Pharma GmbH sowie 13 Jahre lang (bis 2018) als Vertriebsleiter für einen medizintechnischen Fachhandel in M-V gearbeitet. Seit 2014 bin ich vielseitig ehrenamtlich tätig.

  • 1974

    Pasewalk

  • Berlin

  • 2019

    Inselstadt Malchow

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

1 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Natürlich fühle ich mich „ostdeutsch“. Schließlich bin ich im „Osten“ geboren und aufgewachsen. Diese Zeit hat mein Leben und meine Entwicklung geprägt und beeinflusst. Diese Zeit hat positive und negative Erlebnisse mit sich gebracht. Das hätte sie aber auch, wenn ich woanders gelebt hätte. Entscheidend ist doch, was man aus seinem Leben macht. Es ist in Ordnung, dass ich im „Osten“ aufgewachsen bin. Ich fühle mich heute auch und vor allem „deutsch“, als „Europäer“ aber mehr noch fühle ich mich als MENSCH. Ich möchte als sympathischer & engagierter „Mensch“ wahrgenommen werden. Es bedarf keiner Schublade, mich zu entwickeln und mich in die Gesellschaft zu integrieren, meinen Platz zu finden.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Meine ostdeusche Herkunft hat mich sicherlich geprägt. Es gibt vieles, an dem ich dies in meiner Entwicklung merke. Typische persönliche Eigenschaften sind hier z.B. Kreativität, Aufgeschlossenheit, Engagement, der Willen, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen uvm.. In meiner persönlichen Entwicklung möchte ich nichts missen, denn alles hat dazu beigetragen, was aus mir geworden ist, wie ich von meiner Umwelt wahrgenommen werde. Ich freue mich darüber, dass ich mich aktiv ehrenamtlich einbringen und der Gesellschaft somit auch etwas zurückgeben kann. Es ist schön, wenn eigene ehrenamtliche Projekte erfolgreich verlaufen und sich die Mitmenschen darüber oder daran erfreuen.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Die Frage sollte nicht heißen „Was wünscht Du Dir für Ostdeutschland?“ sondern „Was wünscht Du Dir für Deutschland & für uns Menschen?“. Ich wünsche mir sehr viel – vor allem kein Schubladendenken. Ich wünsche mir ein besseres Miteinander, mehr Verständnis für verschiedene Sicht- & Lebensweisen, mehr soziale Gerechtigkeit, ein gerechtes Lohnniveau, welches es jedem erlaubt, ein gutes Leben zu führen, ein unserer Generation angepasstes Rentensystem, damit auch alle nachfolgenden Generationen sich keine Sorge um ihre Rente machen müssen, keine sinnlosen Kriege, mehr Forschung für Themen wie z.B. Gesundheit, ein nachhaltiges Umdenken für unsere Umwelt und unsere Natur. Ich wünsche mir Frieden!