Wir sind der

Osten

Sabine Korneli

Sabine Korneli ist Theaterwissenschaftlerin und Kulturmanagerin und 1961 in Dresden geboren und aufgewachsen.

Geblieben: Sabine wohnt heute in Mecklenburg-Vorpommern.

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Weshalb bist du geblieben?

Weil ich hier zu Hause bin und ich die Menschen hier besser verstehe.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Ich lebe seit 5 Jahren auf dem Land, nachdem ich 30 Jahre in Berlin gewohnt habe. Hier begreife ich mich als eine Art Vermittler zwischen den städtischen und ländlichen Lebenswelten. Durch Veranstaltungen, die ich hier organisiere, im Zentrum eine jährlich stattfindende Sommerakademie für Kunst, zu den Menschen aus allen Teilen des Landes anreisen, erleben meine Nachbarn hier eine weltoffene Kultur. Im Gegenzug kommen hier Menschen aus großen Städten her, die auf einmal sehen, dass das Leben auf dem Land jenseits von Landlust viel Lebensqualität haben kann. Vielleicht wird die Diskrepanz zwischen Stadt und Land etwas kleiner.

  • 1961

    Dresden

  • 2019

    Mecklenburg-Vorpommern

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

2 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Weil ich meine Herkunft und die ersten 28 Jahre meines Lebens weder verleugnen kann noch möchte.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Wir haben im Osten gelernt genau hinzusehen, was hinter den Dingen steckt, alles zu hinterfragen. Wir haben in einer Doppelwelt von öffentlich und privat gelebt, mussten, durften uns individuelle Lösungen und Nischen suchen, innerhalb derer eine Art Wirksamkeit möglich war. Diese Fähigkeit hat mir später viel geholfen. Und ja mein Lebensweg ist schon anders verlaufen als geplant. Im Osten wurde man mit meinem Studium automatisch Dramaturg. Als ich fertig studiert hatte, stellte ich fest, dass am Theater nicht unbedingt auf mich gewartet wurde. Aber mein weiterer Weg in der Kultur war wunderbar, also alles gut.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Dass die Potentiale des Ostens von der Wirtschaft und vom Staat noch besser erkannt werden, sodass der Osten zum innovativen Partner auf Augenhöhe wird. Dass wir es schaffen die Spaltung von Stadt und Land zu verringern, gegenseitig unsere Chancen zu erkennen. Und dass wir so pfiffig, mutig und unangepasst bleiben wie wir sind, zumindest viele von uns…