Wir sind der

Osten

Thomas Rühmann

Thomas Rühmann ist Schauspieler und 1955 in Osterburg (Altmark) geboren und aufgewachsen.

Geblieben: Thomas wohnt aktuell in Machern.

Foto: Theater am Rand

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Weshalb bist du geblieben?

Wegzugehen war für mich nie eine Option. Dafür hänge ich zu sehr am Begriff der Heimat. Nichtheimat ist für mich Fremde. Und Westdeutschland war mir – auch durch das Erlebnis von Gastspielen in den 80er Jahren mit dem Maxim Gorki Theater – fremd. Ich bin gern zu Hause.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Ich bin ein vielbeschäftigter Schauspieler im Medium Fernsehen. Außerdem betreibe ich mit Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ Zollbrücke. Und ich gehe mit musikalischen Projekten wie RICHTIGE LIEDER oder SUGAR MAN. DAS BITTERSÜSSE MÄRCHEN DES SIXTO RODRIGUEZ auf Tour. Das heißt, mein Beruf gibt mir die Möglichkeit viele Seiten meiner Person auszuleben. Das ist ein erheblicher Glücksfaktor. Ich bin auch sehr froh, mit meiner Bekanntheit helfen zu können – als Botschafter der Stiftung Mitteldeutsche Krebsforschung. Stiftung für Forschung und Heilung.

  • 1955

    Osterburg (Altmark)

  • 2020

    Machern

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

2 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Der Osten ist die Region, aus der ich komme. Da bin ich geboren, erwachsen geworden. Durch die Wendeerfahrung ist der Osten mir eher noch kostbarer geworden. Das hat mich nicht gehindert, die alte Bundesrepublik zu bereisen, auch dort zu arbeiten und zu lernen, sie zu verstehen.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Ich habe gelernt, mit Brüchen umzugehen. Wende. Biografie. Das macht stark und ruhig. Die Ankunft in einem neuen System muss man erst mal hinkriegen. Da haben fast alle Ostdeutschen eine Menge gelernt. Vielleicht haben wir da der „anderen Seite“ einiges voraus.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Wir sollten unsere Komplexe loswerden. Der Osten ist lebendiger als er von außen wahrgenommen wird. Es gibt so viele mutmachende Projekte, Initiativen von Jungen und Alten. Leider kommen die in den Medien wenig vor. Eine böse Nachricht verkauft sich besser. Also weitermachen, egal ob medienwirksam oder nicht. Unsere Stärken begreifen. Und die gute alte Bundesrepublik mitziehen. Das würde ihr helfen.