Wir sind der

Osten

Udo Stöckel

Udo Stöckel ist Bereichsleiter Realisierung/Betrieb Strom und 1962 in Zschopau geboren.

Geblieben: Udo wohnt aktuell in Leubsdorf.

Foto: Michael Setzpfandt

Das Profil teilen:

Weshalb bist du geblieben?

Die Nachwende war eine richtig schöne Zeit für mich. Wir waren alle in Aufbruchsstimmung und hatten begonnen zu gestalten, was uns bisher nicht so möglich war. Im privaten, wie auch beruflichen Umfeld. So konnte ich endlich mein Einfamilienhaus modernisieren, meine Frau baute sich ein eigenes Geschäft auf und beruflich ging es so richtig vorwärts. Mit neuer Technik, veränderten Bauweisen und einer klaren Strategie hatten wir begonnen, die Energieversorgung umzukrempeln. Die Infrastruktur neu aufgebaut und so die Etablierung und Ansiedlung neuer Gewerbegebiete und Industrie gefördert. Das hat einfach Freude bereitet.

Wie gestaltest du die Zukunft?

Ich verantworte gemeinsam mit ca. 500 Mitarbeitern den Netzbetrieb der MITNETZ STROM, dem größten Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland, von der Hochspannung bis hin zum Hausanschluss – rund um die Uhr. Wir arbeiten täglich für ein sicheres und stabiles Netz und gestalten dabei aktiv den Netzbetrieb der Zukunft. In meiner Freizeit unterstütze ich als aktives Mitglied den Lions Club Flöha/Augustusburg ehrenamtlich bei Projekten, welche der Jugend in der Region zu Gute kommen. Damit möchte ich unsere Region attraktiver und noch lebenswerter machen, die Jugend inspirieren, hier auch ihren Lebensmittelpunkt zu finden.

  • 1962

    Zschopau

  • 2019

    Leubsdorf

Glaubst du, deine Wende-Erfahrung bzw. die Wende-Erfahrung deiner Familie hat dich auch für den Digitalen Wandel gewappnet?

4 von 5
Stimme gar nicht zu
Stimme voll und ganz zu

Fühlst du dich Ostdeutsch?

Ich bin mit meiner Region sehr verbunden. Seit Beginn der Schulzeit war ich immer sportlich aktiv, habe einen großen Freundeskreis. Über die Lehre meines Traumberufes Elektromonteur mit Abitur habe ich schnell den Einstieg in die Energieversorgung erlangt. Sowohl mein Elternhaus wie auch meine ersten Kollegen haben mir ein völlig politisch unabhängiges Werteverständnis vermittelt, welches geprägt war von Zielstrebigkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung zu übernehmen. Ich konnte schon immer gestalten und entwickeln, war gern in familiärer, beruflicher und sportlicher Gemeinschaft unterwegs, was zu einer entsprechend regionalen Bindung und Identifikation führte.

Wie beeinflusst dich deine ostdeutsche Herkunft?

Privat und auch beruflich war ich stetig gezwungen, zu improvisieren um so Defizite kompensieren zu können. So habe ich mich in bestimmte Sachverhalte einfach tiefer hineinversetzen müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Darüber habe ich insbesondere für meine berufliche Entwicklung Basics entwickeln können, die mich heute noch intensiv begleiten und mir dabei helfen, neue gegenwärtige Herausforderungen zu meistern.

Was wünscht du dir für Ostdeutschland?

Mich hat die neuerliche Entwicklung in Ostdeutschland sehr nachdenklich gemacht, hier möchte ich besonders abstellen auf die Ereignisse des letzten Jahres im Umfeld des Stadtfestes in Chemnitz oder auch den jüngsten Anschlag in Halle. Dafür war ich 1989 nicht mit in Karl-Marx-Stadt und Leipzig auf der Straße. Ich wünsche mir, dass solche Ereignisse nur noch der Vergangenheit angehören. Ich wünsche mir für Ostdeutschland eine Politik und Entwicklung die von Nachhaltigkeit, technischem Fortschritt sowie Umweltbewusstsein geprägt ist und alle Regionen gleichermaßen behandelt und fördert.