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Wir haben am 9. Juli 2020 in Halle/Saale gemeinsam mit MDR Jump über die Folgen der Corona-Krise für die ostdeutsche Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert. Damit setzen wir die Veranstaltungsreihe „The Future is East“ fort. Die Diskussion lief live im Radio bei MDR Jump sowie live als Videostream bei Facebook, Twitter und Youtube.

„Ostdeutsche wissen, wie lang der Weg aus der Krise ist.“

Während beim Blick auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Krise oft von der größten Krise seit 1945 gesprochen wird, fühlen sich viele Ostdeutsche an den Umbruch 1989/1990 erinnert, betont Sachsens Ministerin für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping (SPD) in der gemeinsamen Diskussion von MDR JUMP und „Wir sind der Osten“ am 9. Juli 2020 in Halle/Saale. Für den Konzertveranstalter Matthias Winkler (MAWI) ist die Corona-Krise die größte wirtschaftliche Herausforderung seines Unternehmens: „Der gesamten Branche wurde die Existenzgrundlage entzogen, das hält bis heute an. Und ja, wir fühlen uns natürlich irgendwie auch von der Politik alleingelassen. Es gibt bislang keinerlei Hilfen.“

Corona-Krise

Die Gäste im Bild. Foto: MDR / Hagen Wolf

Corona-Krise und Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), legt Wert darauf, dass die Bundesregierung mit vielen Projekten und Initiativen der Wirtschaft hilft. Gleichzeitig betont er, dass in einer solchen Situation nicht immer jedem einzelnen Unternehmen geholfen werden kann. Für Wanderwitz sind Ostdeutsche durch die Erfahrungen und vielen Umbrüche nach 1990 besonders „sturmerprobt“. Die Autorin („Ostbewusstsein„) und Journalistin (u.a. ZEIT im Osten) Valerie Schönian erklärt dazu, dass sich ihr bei den Reisen und Recherchen in den ostdeutschen Bundesländern ein komplexes Bild gezeigt hat: „Auf der einen Seite ist man dadurch unsicherer vielleicht, weil man jetzt schon wieder eine Krise stemmen muss. Aber mir hat erst jemand gesagt: Was für eine Krise? Waren halt sechs Wochen die Nudeln aus!“

Erste Anzeichen für Erholung & Angst vor zweiter Welle

Die in dieser Woche vom ifo-Institut in Dresden vorgestellten Zahlen zur ostdeutschen Wirtschaft machen den Diskutanten vorsichtig Mut. Denn demnach ist die Wirtschaftsleistung in den ostdeutschen Bundesländern weniger stark eingebrochen als in den westdeutschen Ländern. Außerdem ist die offizielle Arbeitslosenquote mit nur einem Prozenzpunkt relativ langsam gestiegen. Die Journalistin Valerie Schönian betont in der Debatte, dass das Vorpreschen und der eigene Weg der ostdeutschen Ministerpräsidenten und der Ministerpräsidentin aus ihrer Sicht richtig gewesen ist, weil es aus ihrer Sicht durch die wenigen aktiven Fälle und die besondere Struktur der ostdeutschen Wirtschaft notwendig gewesen ist, um auch die Menschen mitzunehmen. Einig sind sich Valerie Schönian, Matthias Winkler, Petra Köpping und Marco Wanderwitz, dass eine zweite Welle im Herbst unbedingt verhindert werden sollte. Bei der Debatte über ein Lockern der Maskenpflicht in Sachsen hat sich der Ostbeauftragte der Bundesregierung eindeutig für ein Beibehalten ausgesprochen: „Wir müssen uns ein Stück weit entscheiden. Wenn wir jetzt den Inlandstourismus zulassen und Deutschland einmal durchmischen über den Sommer. Da müssen wir schon etwas aufpassen, wie eng wir zueinander gehen.“

Unterstützung und Partner

Die beiden Moderatoren

Bild: MDR / Hagen Wolf

Die Live-Diskussion im Radio haben wir gemeinsam mit MDR JUMP organisiert. Die Morning-Show-Moderatorin Sarah von Neuburg hat diese zusammen mit Christian Bollert von „Wir sind der Osten“ moderiert. Wir danken außerdem der Google News Initiative für die Unterstützung.

Corona-Krise

Isa Sonnenfeld von Google.